My KISSTORY
Ich
infizierte mich 1982 ,damals war ich 13 Jahre alt, mit dem KISS - Virus. Ich
wage zu prophezeien, das es mich bis zu meinem Lebensende nicht mehr loslässt.
Und das ist gut so...
Es lief die Sendung "Vorsicht Musik" im TV die ich mehr oder weniger
gelangweilt sah. Doch plötzlich traten vier maskierte Gestalten auf den
Bildschirm und bliesen mir "I love it loud" um die Ohren. Noch Minuten
später saß ich regungslos da und versuchte zu begreifen, was ich soeben
gesehen hatte. Es hatte mich erwischt...
Am nächsten Tag gings in den Plattenladen. Zu meinem Erstaunen gab es von KISS
schon eine ganze Menge Platten, doch das Taschengeld reichte nur für eine.
Meine Augen blieben an Gene´s blutverschmierten Gesicht auf der ALIVE II
kleben. Platte gekauft und ab zur Kompaktanlage meiner Mutter. In dem Moment als
die Nadel die ersten Rillen ertönen lies, war die Welt nicht mehr dieselbe.
Ich saugte alles von KISS auf , ob BRAVO,POPCORN oder POPROCKY ,war irgendwo nur
ein kleines Bild von KISS zu sehen, musste ich es haben. Ähnlich wie bei Jens,
wurde auch bei mir alles sauber in Mappen archiviert. Natürlich wurden auch die
Wände mit Postern zugepflastert.
Der Konkurs eines Plattenladen ermöglichte mir dann meine LP Sammlung für
kleines Geld zu komplettieren (5-10DM) das Stück.
KISS in Offenbach war 1983 war mein erstes Konzert überhaupt, dass ich besuchen
durfte. Schaut man sich heute ein Video dieser Tour an (z.B. Essen ´83) dann
wirkt dieses doch eher ärmlich: kleine Halle, wenig Effekte, kein Make-Up mehr
und auch noch Vinnie an der Klampfe. Für mich allerdings war es ein ganz großartiges
Erlebnis nur einige Meter von meinen Göttern entfernt zu sein und erstmals
Live-Atmosphäre zu schnuppern. Ein fettes DANKE an meine Mutter die damals wohl
schon spürte ,dass sie mir das nicht verbieten durfte (immerhin war ich erst
14). Ein Jahr später, Animalize Tour, beehrten unsere Helden Offenbach schon
wieder. Man hatte es gut als KISS Fan in den frühen 80ern...
Mitte der Achtziger deckte sich der Musikstil der Herren Stanley/Simmons nicht
mehr so ganz mit meinem. Ich war auf der Härter/Schneller Metal Welle und
konnte mit den damals aktuellen KISS Releases (Asylum, Crazy Nights...) nur sehr
wenig anfangen. Das gipfelte darin, das ich meine komplette Sammlung vertickte.
Ein Akt der mir heute noch im Herzen wehtut, aber so waren halt die Zeiten.
Der Wendepunkt meiner KISS Abstinenz war das Monsters of Rock Festival 1988 in
Schweinfurt. Mit einigen alten Songs entfachten KISS,trotz Tageslicht und ohne
Special Effects, eine fantastische Stimmung. Mein KISS Herz schlug wieder...und
wurde 1992 mit Revenge wieder zum rasen gebracht. Endlich mal wieder eine Platte
auf die man stolz sein konnte. Auch meine Sammelleidenschaft, vor allem für
Singles, war wieder geweckt.
Die ersten Conventions auf deutschen Boden fanden statt, und immer öfter
tauchten Gerüchte über eine KISS Reunion auf. Sollte mein Kindheitstraum doch
noch wahr werden? Er wurde es!
Am 17. August 1996 um 21 Uhr Ortszeit in Donington, England stand für mich die
Welt still. Ein Gänsehauterlebnis das ich bei diversen Konzerten in Deutschland
nochmal auffrischte.
1997 traf ich einen verrückten Gleichgesinnten der es sich in den Sinn gesetzt
hatte, die KISS ARMY in Deutschland ins amtliche Vereinsregister eintragen zu
lassen. Manche Typen kommen auf Ideen...
Durch einen Zufall bekam ich, im Februar ´99, die BILD(Zeitung) in die Finger
und sah mit Erstaunen einen Artikel über einen KISS -Zungen Contest, bei dem
man Backstage Tickets für das Konzert in der Festhalle gewinnen konnte.
Da ich aber leider nicht über eine XXL Zunge verfüge ,musste ich einen kleinen
Trick anwenden bevor eine Woche später das Unglaubliche geschah. Just in dem
Moment, als ich das Telefon abnahm und sich eine freundliche Stimme mit
"Hallo hier ist Kitty von der BILD Redaktion in Frankfurt" meldete
bekam ich Herzrasen und Schwindelanfälle zugleich. Ich war einer der Auserwählten
die KISS backstage treffen sollten! Es sollte Tage dauern bis ich mich wieder
voll unter Kontrolle hatte. Ich fing an mir so meine Gedanken zu machen, welche
schlaue Fragen ich KISS stellen könnte? Hätte ich mir sparen können. Denn
eins könnt Ihr mir glauben, in dem Moment in dem Gene Simmons in voller Montur
lächelnd auf Dich zukommt und Dir die Hand schüttelt, vergisst Du Deinen
eigenen Vornamen. Ein sehr, sehr intensives Erlebins.
In Erfurt sah ich KISS dann zum zehnten, aber hoffentlich nicht zum letzten, mal
live.
Keep on KISSin´,
Daniel.
